Atlantik-Charta und Nordirland-Ärger bei Treffen Bidens mit Johnson


News Redaktion
International / 10.06.21 17:24

Unmittelbar vor Beginn des G7-Gipfels haben die USA und Grossbritannien ihre besondere Verbundenheit untermauert.

US-Präsident Joe Biden (l) und Großbritanniens Premierminister Boris Johnson (r) sitzen während eines gemeinsamen Treffens vor dem G7-Gipfel in Carbis Bay in Cornwall zusammen. Foto: Toby Melville/reuters pool/AP/dpa (FOTO: Keystone/reuters pool/AP/Toby Melville)
US-Präsident Joe Biden (l) und Großbritanniens Premierminister Boris Johnson (r) sitzen während eines gemeinsamen Treffens vor dem G7-Gipfel in Carbis Bay in Cornwall zusammen. Foto: Toby Melville/reuters pool/AP/dpa (FOTO: Keystone/reuters pool/AP/Toby Melville)

Der britische Premierminister Boris Johnson und US-Präsident Joe Biden einigten sich am Donnerstag im südwestenglischen Seeort Carbis Bay auf eine Erneuerung der Atlantik-Charta, die beide Staaten 1941 während des Zweiten Weltkrieges beschlossen hatten.

Getrübt wurde die Stimmung allerdings von Unstimmigkeiten wegen Brexit-Problemen in der britischen Provinz Nordirland. Es war die erste persönliche Begegnung der beiden Spitzenpolitiker seit dem Machtwechsel im Weissen Haus.

Britischen Medienberichten zufolge wollte Biden, der irische Wurzeln hat, Johnson deutlich machen, dass Grossbritannien sich hinter das sogenannte Nordirland-Protokoll, einen Teil des Brexit-Vertrags, stellen müsse. Laut Berichten der Zeitungen Times und Guardian warf die US-Top-Diplomatin Yael Lempert dem britischen Brexit-Minister David Frost bei einem Treffen vor, Grossbritannien habe im Streit mit der EU um Handelsfragen die Rhetorik angeheizt. Dies gefährde den Frieden in der früheren Bürgerkriegsregion.

Das Protokoll sieht vor, dass Nordirland weiterhin Regeln des EU-Binnenmarkts folgt. Damit soll eine Warengrenze zum EU-Mitglied Irland verhindert werden, um nicht neue Spannungen in der ehemaligen Bürgerkriegsregion zu provozieren. Notwendig werden damit aber Kontrollen zwischen Nordirland und dem Rest des Vereinigten Königreichs, die für Schwierigkeiten im Handel sorgen. Beide Seiten machen sich gegenseitig Vorwürfe. London hatte teilweise Kontrollen eigenhändig ausgesetzt, Brüssel daraufhin Vertragsbrüche beklagt.

Grossbritannien und die USA vereinbarten in ihrer Charta nun, zum Wohle der Menschheit zusammenarbeiten, wie die Regierung in London mitteilte. Viele Bestandteile des neuen Bundes basierten auf gemeinsamen Werten, etwa der Verteidigung der Demokratie, der Bedeutung der kollektiven Sicherheit und des Aufbaus fairer und nachhaltiger globaler Handelssysteme, hiess es in der Mitteilung weiter. Zusätzlich werde die Charta auch neue Gefahren wie Cyberkriminalität, Klimawandel und Pandemien berücksichtigen.

Johnson betonte, die Zusammenarbeit zwischen Grossbritannien und den USA sei für den Wiederaufbau nach der Corona-Krise und für die Zukunft der Stabilität und des Wohlstands der Welt von entscheidender Bedeutung. Er sagte weiter: Vor 80 Jahren standen der US-Präsident und der britische Premierminister Seite an Seite für das Versprechen einer besseren Zukunft. Heute tun wir dasselbe. Biden bekräftigte vor dem Gespräch die besondere Beziehung zwischen den Vereinigten Staaten und dem Vereinigten Königreich.

Beim Auftakt ihres Treffens wurden der Premierminister und der US-Präsident von ihren Ehefrauen Carrie Johnson und Jill Biden begleitet. Die beiden Spitzenpolitiker nehmen vom 11. bis 13. Juni am G7-Gipfel am gleichen Ort teil. Zu der Gruppe sieben wirtschaftsstarker Demokratien gehören zudem Deutschland, Frankreich, Italien, Japan und Kanada.

(sda)


Anzeige

Das könnte Sie auch interessieren

Basel engagiert jungen Verteidiger aus Burkina Faso
Sport

Basel engagiert jungen Verteidiger aus Burkina Faso

Der FC Basel vermeldet einen weiteren Zugang. Es ist der 18-jährige Innenverteidiger Yacouba Nasser Djiga vom Vitesse FC aus Burkina Faso. Djiga unterschreibt einen bis Sommer 2025 gültigen Vertrag.

Schwyz und Obwalden stellen nun auch Covid-Zertifikate aus
Regional

Schwyz und Obwalden stellen nun auch Covid-Zertifikate aus

Ab heute Montag werden im Kanton Schwyz die ersten Covid-Zertifikate ausgehändigt. Auch Obwalden legt nun los.

25 Jahre
International

25 Jahre "Independence Day" - Roland Emmerich trumpft mit Aliens auf

Roland Emmerich hatte in Hollywood gerade mit den Science-Fiction-Filmen "Universal Soldier" und "Stargate" Fuss gefasst, als der damals 40 Jahre alte Schwabe seine neue Wahlheimat auf der Leinwand in Schutt und Asche legte. Vor 25 Jahren - am 25. Juni 1996 - feierte "Independence Day" in Los Angeles seine Weltpremiere. Stars wie Jeff Goldblum, Will Smith, Faye Dunaway, Sharon Stone und Robin Williams flanierten über den roten Teppich.

Töfffahrer prallt auf Talfahrt von der Ibergeregg SZ in Traktor
Regional

Töfffahrer prallt auf Talfahrt von der Ibergeregg SZ in Traktor

Ein 30-jähriger Motorradfahrer ist auf der Talfahrt von der Ibergeregg SZ am Samstag in einen stehenden Traktoren geprallt und gestürzt. Der Mann erlitt dabei Verletzungen an Knie und Arm. Die Strasse war nach dem Unfall während rund neunzig Minuten gesperrt.