Bissegger: "Mit Gelb klappts hoffentlich nächstes Jahr"


News Redaktion
Sport / 09.06.21 22:56

Stefan Bissegger sorgt an der Tour de Suisse für den ersten Schweizer Sieg in einer Etappe mit Massenstart seit 2013. "Der Sieg war oberstes Ziel, Gelb wäre nur der Bonus gewesen", sagt der Thurgauer.

Stefan Bissegger hatte noch Zeit, sich in Siegerpose zu werfen - ähnlich wie Cristiano Ronaldo nach einem Tor (FOTO: KEYSTONE/GIAN EHRENZELLER)
Stefan Bissegger hatte noch Zeit, sich in Siegerpose zu werfen - ähnlich wie Cristiano Ronaldo nach einem Tor (FOTO: KEYSTONE/GIAN EHRENZELLER)

Stefan Bissegger erlebt am Mittwoch auf den 171 km vom luzernischen St. Urban nach Gstaad ein Auf und Ab der Gefühle. Der 22-jährige Tour-Debütant, der im Auftaktzeitfahren in Frauenfeld das Maillot jaune gegenüber Stefan Küng nur um vier Sekunden verpasst hatte, wollte am vierten Tag unbedingt in die Ausreissergruppe kommen.

Immer und immer wieder setzte Bissegger in der horrend schnellen Anfangsphase also den Konkurrenten nach, die das Gleiche planten. Nach gefühlt einem Dutzend Mal kam der Punkt, wo der Muni, wie Bissegger mit Übername heisst, den Motor etwas überdreht hatte.

In einem wohl zwei Kilometer langen Anstieg verlor ich den Anschluss ans Feld, erzählte der Ostschweizer. Da dachte ich, dass es wohl ein zäher Tag wird. Erst nach gut zwei Fahrstunden und rund 80 km bildete sich die Spitzengruppe - doch Bissegger war nicht dabei.

Mittlerweile erholt, beschloss er dem Trio, zu welchem auch der Berner Oberländer Joel Suter gehörte, nachzujagen. Schnell vergrösserte sich der Abstand der Ausreisser auf das Feld. Das Team von Leader van der Poel und die anderen Equipen, die auf einen Etappensieg hoffen konnten, verspekulierten sich.

Deshalb durfte Bissegger das ganze Simmental hinauf vom Gelben Trikot träumen. Doch das oberste Ziel war - nach Absprache mit seinem Sportlichen Leiter - der Etappensieg. Diesen holte sich der Fahrer von EF Education letztlich souverän.

Auf dem Rollfeld in Saanen liess er dem zweitklassierten Franzosen Benjamin Thomas und dem Amerikaner Joey Rosskopf das Nachsehen. Ich kannte Thomas von der Bahn. Er weiss, wie man Sprints fährt. Auf dieser ellenlangen Zielgerade war klar, dass man möglichst lange warten musste, so Bissegger, der die Anstrengungen der Vorausfahrt spürte.

Aber am Schluss waren wir alle müde. Rund 250 Meter vor dem Ziel trat Rosskopf an, ich dann etwas später. In solchen Sprints mit wenigen Fahrern gehöre ich zu den Schnellsten, pokerte Bissegger richtig.

Der letzte Schweizer, der bei der Heimrundfahrt in einer Massenstart-Etappe triumphierte, war Gregory Rast am 13. Juni 2013 in Meilen gewesen.

(sda)


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