Die Schweizer Landwirtschaft befindet sich in einem stetigen Verbesserungsprozess. Mit dem Aktionsplan Pflanzenschutzmittel, der Strategie und dem Aktionsplan Biodiversität, der Strategie gegen Antibiotikaresistenzen, der Branchenstrategie für eine nachhaltige Schweizer Futtermittelversorgung sowie einer neuen parlamentarischen Initiative «Risiko beim Einsatz von Pestiziden reduzieren» liegen nicht nur konkrete Massnahmen sondern auch verbindliche Ziele und Fristen vor. Die Umsetzung bei allen Themen läuft. Mit der konsequenten Um- und Durchsetzung aller bestehenden Instrumente gibt es ausreichend Hebel, um die einheimische Landwirtschaft noch nachhaltiger zu machen und die aktuellen Herausforderungen anzugehen.

Den Schweizer Bäuerinnen und Bauern liegt der sorgfältige Umgang mit dem Boden und dem Schutz der Umwelt und des Klima am Herzen. Sie fördern aktiv die Biodiversität wie auch die Redukion von Foodwaste. Ein hoher Wert wird ausserdem auf eine tiergerechte Haltung und Fütterung der Nutztiere gelegt.


Philip bewirtschaftet ein Obst-, Beeren- und Weinbaubetrieb in Baar. Die Destillate, welche er in seiner hofeigenen Brennerei herstellt, kann er direkt in seinem Hofladen verkaufen. Er bemüht sich im Obstbau jene Pflanzenschutzmittel einzusetzen, welche den Nützlingen möglichst nicht schaden. Dies bedeutet, dass er heute schon Pflanzenschutzmittel verwendet, welche für den Bio-Anbau zugelassen sind. Zudem versucht er die Wildbienen rund um seinen Betrieb zu fördern. Dies gelingt ihm durch die vielen Steinmauern und die blumenreichen Wiesen, welche er schon Heute auf seinem Betrieb hat. Die Annahme der Initiativen würde für ihn bedeuten, dass der Obstbau, wie er heute ist, nicht mehr betrieben werden kann. Nicht nur die Menge des Obstes, sondern auch die Qualität würde stark leiden. Dies hätte zur Folge, dass sowohl die Direktvermarktung als auch die Brennerei nicht mehr genügen Absatz hätten und er sich somit völlig neu Orientieren muss. Zudem würde auch die finanzielle Lage sich deutlich zuspitzen, da er auf einen Schlag seine Haupteinnahmequellen nicht mehr hätte.

Erfahre hier mehr über die betroffenen Landwirten aus unserer Region: zg-gegen-twi.ch/betroffene-landwirte/


Weitere Fakten zum Thema Trinkwasser und Pestizide


  • Verzichtet die Landwirtschaft komplett auf Pflanzenschutzmittel – auch solche natürlichen Ursprungs – sinkt die Produktionsmenge mindestens um 30%.

  • Die Pflanzenschutzmittel der Landwirtschaft und des Gartenbau liegen jährlich bei lediglich 0.9 Tonnen. Die Pestizide der Industrie- und Haushaltschemikalien, der künstlichen Süssstoffe und der Arzneimittel liegen bei über 101.5 Tonnen.

  • Eine britische Studie kommt zum Schluss, dass die Erträge um ca. 40 % sinken würden, falls die Landwirtschaft komplett auf Biolandbau umsteigen würden. Die Ertragsausfälle müssten mit klimaschädlichen Importen ausgeglichen oder zusätzliche Grünfläche in Ackerland umgewandelt werden. Insgesamt verschlechtert sich dadurch die Klimabilanz der Landwirtschaft, die biologische Landwirtschaft durch die mechanische Unkrautbekämpfung häufigere Durchfahrten verlangen.

Was will die Trinkwasser-Initiative


Was will die Pestizidfrei-Initiative



Aufzeichnung

Webinar - Informationen zu den zwei extremen Agrarinitiativen

In Zeiten von Corona, dessen Einschränkungen und den digitalen Möglichkeiten, informieren die Präsidien der vier Bäuerinnen- und Bauernverbände mittels Webinar die Berufskollegen über den Inhalt der beiden extremen Agrarinitiativen.


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