Fabienne Schlumpf brilliert mit Schweizer Rekord


News Redaktion
Sport / 17.10.20 13:00

Fabienne Schlumpf trumpft an den Halbmarathon-Weltmeisterschaften im polnischen Gdynia mit einem Schweizer Rekord in 1:08:38 Stunden gross auf. Die 29-jährige Zürcherin belegt Platz 13.

Fabienne Schlumpf hat allen Grund zum Jubeln. (Archivaufnahme) (FOTO: KEYSTONE/JEAN-CHRISTOPHE BOTT)
Fabienne Schlumpf hat allen Grund zum Jubeln. (Archivaufnahme) (FOTO: KEYSTONE/JEAN-CHRISTOPHE BOTT)

Schlumpf senkte ihre bisherige Bestmarke um rund 2 Minuten und unterbot um 51 Sekunden auch den Schweizer Rekord von Martina Strähl. Im August 2018 hat Schlumpf in Berlin mit dem Gewinn von EM-Silber über 3000 m Steeple ihren grössten Erfolg auf der Bahn gefeiert. Auf dieser Strecke wollte sie ursprünglich auch an den Olympischen Spielen in Tokio antreten, die Verschiebung ins Jahr 2021 führte jedoch zur einer Planänderung. Schlumpf wechselt nun früher als geplant zum Marathon und versucht auf der Strecke über 42,195 km das Olympia-Ticket zu lösen. Das spezifische Training zahlte sich in Gdynia bereits aus.

Schlumpf verlor gleich zu Beginn den Kontakt zur Spitzengruppe, denn diese schlug ein Weltrekord-Tempo an. Die Schweizerin als eine der ersten Verfolgerinnen lief deshalb den grössten Teil des Rennens solo und profitierte nicht vom Windschatten. Ich freue mich riesig über diese Leistung. Nach dem schwierigen letzten Jahr tut es mir gut, dass es nun wieder so toll läuft und mir das Rennen Freude bereitet. Das ist für mich das Wichtigste, sagte die Zürcherin. Es war ein einsames Rennen, aber ich habe mich darauf eingestellt. Ich habe mir diese Zeit an einem sehr guten Tag zugetraut, fügte sie an.

Als Siegerin lief, nach 2016 zum zweiten Mal, die Kenianerin Peres Jepchirchir ein. In 1:05:16 Stunden stellte sie den Weltrekord für ein reines Frauenrennen auf. In gemischten Feldern liegt die Bestmarke bei 1:04:31.

Julien Wanders musste in Gdynia mit Platz 21 vorliebnehmen. Der 24-jährige Genfer kam nach 1:00:46 Stunden ins Ziel. Er verpasste den von ihm gehaltenen Europarekord um anderthalb Minuten. Vor zweieinhalb Jahren in Valencia war Wanders WM-Achter geworden.

Im Gegensatz zu den Frauen gingen die Männer den Lauf verhalten an. Die 25-köpfige Spitzengruppe passierte die 10-km-Marke in 28:23 Minuten. Umso heftiger war die Tempoverschärfung in der zweiten Hälfte. Wanders musste nach 15 km abreissen lassen. Die letzten fünf Kilometer habe ich wirklich gelitten. Meine Beine fühlten sich zwar gut an, doch als die Tempoverschärfung kam, hatte ich Mühe mit der Atmung und musste abreissen lassen, schilderte er den Rennverlauf. Als Sieger kam Jacob Kiplimo aus Uganda nach 58:49 Minuten ins Ziel. Tadesse Abraham büsste vier Minuten ein und wurde 51.

Ein besonderes Augenmerk galt Joshua Cheptegei. Sein 4. Rang kam nach einer beeindruckenden Saison, in der er zum führenden Mittelstreckenläufer der Welt aufstieg, einem Misserfolg gleich. Der Ugander hatte 2020 zuvor drei Rennen bestritten, aber jedes Mal den Weltrekord gebrochen: 5 km im Februar, 5000 m im August, 10000 m im Oktober.

Die Titelkämpfe über 21,0975 km an der Danziger Ostsee-Bucht waren aufgrund der Corona-Pandemie heuer die einzigen Leichtathletik-Weltmeisterschaften.

(sda)


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