Kantonsrat bewilligt 1,5 Millionen Franken für Demenz-Stiftung


Roman Spirig
Regional / 22.02.21 14:00

Die Zürcher Stiftung "Plattform Mäander", die Demenzprojekte vorantreiben und koordinieren soll, erhält 1,5 Millionen Franken Startkapital aus dem Lotteriefonds. Der Kantonsrat hat das Geld am Montag ohne Gegenstimmen bewilligt.

Kantonsrat bewilligt 1,5 Millionen Franken für Demenz-Stiftung (Foto: KEYSTONE / GAETAN BALLY)
Kantonsrat bewilligt 1,5 Millionen Franken für Demenz-Stiftung (Foto: KEYSTONE / GAETAN BALLY)

Die Gesellschaft sei noch nicht ausreichend auf die Herausforderung Demenz vorbereitet, begründete der Regierungsrat seinen Antrag an den Kantonsrat. Mit dem Startkapital von 1,5 Millionen Franken soll nun eine Stiftung geschaffen werden, die sich dieser gesellschaftlichen Herausforderung annimmt. Der Kantonsrat pflichtete dem Regierungsrat mit 158 zu 0 Stimmen bei.

Ziel der Stiftung Plattform Mäander, die vom Regierungsrat angestossen wurde, ist es, Lösungen für die gesellschaftliche Integration von Demenzkranken zu finden, zu koordinieren und bekannt zu machen. Sie soll selber aber keine Versorgung erbringen.

Der Betrieb der Plattform Mäander soll später vollständig über Spenden von Privaten und aus der Wirtschaft erfolgen. Der Kantonsrat will mit einem Startkapital von 1,5 Millionen Franken Lotteriegeldern aber dafür sorgen, dass das Projekt anläuft. Rund 30 Organisationen haben bereits eine Absichtserklärung unterschrieben und wollen mit der neuen Stiftung zusammenarbeiten.

Kritik gab es von der SP, die zwar ebenfalls Ja zum Startkapital sagte. Diese Stiftung müsste ihrer Meinung nach aber nicht aus dem Lotteriefonds finanziert werden, sondern über das ordentliche Budget. Schliesslich sei ein solches Projekt eine staatliche Aufgabe.

Aktuell wohnen mehr als 60 Prozent der Erkrankten zu Hause. Ziel des Kantons ist es, dass diese Menschen möglichst lange im gesellschaftlichen Alltag und in ihrer vertrauten Umgebung bleiben können.

Schätzungen gehen davon aus, dass sich die Zahl der Demenzkranken im Kanton bis ins Jahr 2040 mehr als verdoppeln wird, von heute 28000 auf rund 50000. Demenz ist bis jetzt nicht heilbar.

(sda)


Anzeige

Das könnte Sie auch interessieren

Bisheriger Vize Michael Schöll wird Chef des Bundesamts für Justiz
Schweiz

Bisheriger Vize Michael Schöll wird Chef des Bundesamts für Justiz

Von der zweiten in die erste Reihe: Der bisherige Vize Michael Schöll wird ab Anfang September das Bundesamt für Justiz (BJ) leiten. Er löst Martin Dumermuth ab, der Ende August 2021 das ordentliche Pensionsalter erreicht.

Zahl der Covid-19-Patienten in Zürcher Spitälern nimmt ab
Regional

Zahl der Covid-19-Patienten in Zürcher Spitälern nimmt ab

Die Zahl der Patientinnen und Patienten, die wegen einer Covid-19-Infektion ins Spital eingeliefert werden, geht im Kanton Zürich seit Ende Januar zurück. Zurzeit sind die Intensivpflegestationen zu 21 Prozent mit Covid-19-Patienten belegt. Trotzdem sind sie zu fast 100 Prozent ausgelastet, weil 2500 verschobene Operationen nachgeholt werden müssen.

Luzerner Bar- und Clubbetreiber gründen Lobbyorganisation
Regional

Luzerner Bar- und Clubbetreiber gründen Lobbyorganisation

Luzerner Bar- und Clubbetreiber wollen mit ihren Interessen in Öffentlichkeit und Politik besser wahrgenommen werden. Sie haben deswegen die "Bar & Club Kommission" gegründet. Die neue Organisation wird von der IG Kultur Luzern geführt und verwaltet, wie diese am Mittwoch mitteilte.

Bündner Kulturpreis an Schriftsteller Leo Tuor
Schweiz

Bündner Kulturpreis an Schriftsteller Leo Tuor

Der Schriftsteller Leo Tuor ist Träger des Bündner Kulturpreises 2021. Die Auszeichnung ist mit 30'000 Franken dotiert. Sie soll im Mai an Tuors Wohnort Sumvitg im Bündner Oberland feierlich zusammen mit anderen Preisen verliehen werden.