Keine Sommerpause mehr am Luzerner Theater


Roman Spirig
Regional / 03.05.21 17:21

Das Neue Luzerner Theater soll künftig im Ganzjahresbetrieb geführt werden. Das Betriebskonzept der Trägerstiftung sieht vor, dass es neben dem Kernspielplan auch einen Sommerspielplan geben solle.

Keine Sommerpause mehr am Luzerner Theater (Foto: KEYSTONE / URS FLUEELER)
Keine Sommerpause mehr am Luzerner Theater (Foto: KEYSTONE / URS FLUEELER)

Das seit 1839 bestehende Haus an der Reuss soll bis Ende 2028 durch einen Neubau ersetzt werden. Im Sommer will die Projektierungsgesellschaft den Architekturwettbewerb für das neue Gebäude, das 120 Millionen Franken kosten soll, lancieren. Am Montag legte die Trägerstiftung des Theaters das Betriebskonzept vor.

Offenheit ist Programm, umriss Birgit Aufterbeck, Präsidentin der Stiftung Luzerner Theater, den Charakter des künftigen Hauses. Jede Luzernerin und jeder Luzerner solle mindestens ein Mal im Jahr einen Grund haben, das Theater aufzusuchen.

Dies muss nicht zwingend für einen Theaterbesuch sein, denn der Neubau wird auch über ein Restaurant und eine Dachterrasse verfügen. Das Theater solle ein Begegnungsort für alle sein, nicht nur für das angestammte Theaterpublikum, sagte Aufterbeck.

Ausgedrückt wird dieses Motto auch im geplanten Ganzjahresbetrieb. Das Luzerner Theater werde die erste Schweizer Bühne ohne Sommerpause sein, sagte Aufterbeck. Mit dem Sommerprogramm werde es die Chance erhalten, etwas Anderes anzubieten.

Mit dem Ganzjahresbetrieb soll auch eine höhere Wirtschaftlichkeit des neuen Gebäudes erreicht werden, wie es im Betriebskonzept heisst. Für Stadtpräsident Beat Züsli (SP) könnte dies aber auch dem Kulturtourismus eine Chance bieten.

Zum möglichen Inhalt des Sommerprogramms erwähnte Aufterbeck etwa die Möglichkeit, Laienbühnen vom Land einen Auftritt zu ermöglichen oder eine Musicalproduktion nach Luzern zu holen. Mit dem neuen Gebäude könne das Theater auch Gastgeber sein und einladen.

Die Räume des neuen Theaterhauses sollen somit auch den Partnern offen stehen. Mit einem kooperierenden Grundverständnis soll es nachhaltig mit internationalen, nationalen und regionalen Kulturpartnern zusammenarbeiten. In seiner Grundstruktur soll das Theater intendantisch geführt sein und eigene Produktionen in den Sparten Schauspiel, Tanz und Musiktheater herstellen.

Besonderes Gewicht solle der Oper beigemessen werden. Die Akustik im Theatersaal solle aussergewöhnlich sein, sagte Aufterbeck. Wir greifen hier nach den Sternen. Das neue Theater werde einen grösseren Orchestergraben haben, so dass künftig in Luzern auch die beim Publikum beliebten Verdi- oder Wagneropern gespielt werden können.

Unbestritten ist für die Stiftung Luzerner Theater, dass der bisherige Standort auch der Standort des Neubaus sein solle. Das Volumen wurde aus Rücksicht auf die denkmalpflegerisch anspruchsvolle Umgebung erneut reduziert.

Erstmals machte die Stiftung Luzerner Theater Angaben zu den Finanzen. In der Planung wird von einem Publikumszuwachs von heute 60000 Personen auf 100000 Personen pro Jahr ausgegangen. Insgesamt dürfte das Budget von heute 24,5 Millionen Franken um ein Drittel auf 32,5 Millionen Franken zunehmen.

Weniger stark wachsen sollen die Betriebsbeiträge von Stadt und Kanton, die um 10 Prozent oder 2,6 Millionen Franken von 19,8 Millionen Franken auf 22,4 Millionen Franken steigen sollen. Das sei nicht viel für ein Haus mit doppeltem Volumen und höheren Qualitätsansprüchen, sagte Aufterbeck. Es erhalte mit dem Neubau auch die Chance, sich wirtschaftlich zu entwickeln.

Das Luzerner Theater erhält die Betriebsbeiträge von Stadt und Kanton über den Zweckverband Grosse Kulturbetriebe. Dieser unterstützt nicht nur das Theater, sondern auch das Sinfonieorchester, Lucerne Festival, das Kunstmuseum und das Verkehrshaus.

Bislang übernahm der Kanton 70 Prozent und die Stadt 30 Prozent der Kosten des Zweckverbands. Bis 2025 soll das Verhältnis auf 60 zu 40 verschoben werden. Die Stadt soll künftig aber nicht nur mehr zahlen, sondern auch mehr Mitsprache erhalten.

Der Regierungsrat unterbreitete am Montag dem Kantonsrat eine entsprechende Anpassung des Kulturförderungsgesetzes. Regierungsrat Marcel Schwerzmann (parteilos) sagte, die 2,9 Millionen Franken, die der Kanton durch den neuen Verteilschlüssel einspare, würden wieder in den Zweckverband fliessen, weil ja das Theater mehr Mittel benötige.

(sda)


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