Sölden als "Crash-Test" für den Weltcup-Winter


News Redaktion
Sport / 16.10.20 10:06

Der Gletscher-Prolog in Sölden ist nicht nur der erste rennmässige Vergleich der Alpinen in dieser Saison, sondern für die FIS auch ein Test, ob die umfangreichen Schutzkonzepte funktionieren.

Die Schutzmaske gehört im alpinen Skizirkus neu zu den notwendigen Accessoires. (FOTO: KEYSTONE/GIAN EHRENZELLER)
Die Schutzmaske gehört im alpinen Skizirkus neu zu den notwendigen Accessoires. (FOTO: KEYSTONE/GIAN EHRENZELLER)

Das Coronavirus stellt den Weissen Zirkus vor grosse Probleme. In Sölden geht es in der 55. Weltcup-Saison nicht nur erstmals um Siege, Punkte und funkelnde Kristallkugeln. Vielmehr ist der traditionelle Saisonauftakt im Ötztal auch die erste Nagelprobe, ob sich der Ski-Zirkus gegen das Coronavirus behaupten kann. Mit strengen Hygieneregeln, Maskenpflicht, abgeschirmten Teilnehmer-Bereichen (Blasen), vielen Tests und eindringlichen Appellen an alle Beteiligten sollen im Pandemie-Winter die Weltcup-Rennen und die Weltmeisterschaften in Cortina dAmpezzo gerettet werden.

Was für Sölden und den abgelegenen Gletscher-Auftakt Mitte Oktober, wenn es noch keine Ski-Touristen gibt, und vielleicht auch für die geplanten November-Rennen in Lech/Zürs und Levi funktioniert, kann schon im Dezember zur grossen Herausforderung werden. Dannzumal stehen die Rennen in St. Moritz, Courchevel und Val dIsère im Kalender - inmitten des normalerweise dann einsetzenden Winter-Tourismus.

Vor einigen Tagen hatte FIS-Renndirektor Markus Waldner gegenüber Servus-TV die Ausgangslage für den Weltcup-Winter folgendermassen umrissen: Heuer geht es ums Überleben. Wir haben eine Mission: Wir müssen Rennen fahren. Ansonsten breche das ganze System zusammen, so der Südtiroler. Dass die Nordamerika-Tournee schon Mitte August abgesagt wurde, sieht Waldner nach wie vor als richtigen Schritt. Denn man umgehe damit mögliche Reiseturbulenzen und könne zudem Kosten sparen.

Die an diesem Wochenende in Sölden ohne Zuschauer beginnende Saison bezeichnete der FIS-Renndirektor nach Rücksprache mit den TV-Partnern als genügend finanziert. Bei der Umsetzung der Saison fordert Waldner jedoch von allen Beteiligten Flexibilität ein. Notlösungen, etwa was die Orte der Rennen angehe, seien absolut denkbar. Alles ist möglich heuer. Wichtig ist, dass wir offen und flexibel sind und viel Eigenverantwortung haben, erklärte Waldner.

Für den Fall von Reisebeschränkungen eines Gastgeberlandes für bestimmte ausländische Athleten und Nationen hat die FIS eine klare Regelung erlassen. Wenn mindestens sieben der besten zehn Nationen in das Gastgeberland reisen dürfen, wird das jeweilige Weltcuprennen gewertet. Was das vor Ort anzuwendende Gesundheitsprotokoll betrifft, so hatte die FIS im August zunächst genaue Regeln aufgestellt. Später zog der Weltverband diese zurück - nun ist die genaue Regelung den Organisatoren überlassen.

Im Falle eines positiven Coronatests darf ein Athlet natürlich nicht starten. Gemeldete Kontakte in den 72 Stunden zuvor werden unter Quarantäne gestellt, bis ein negativer Test vorgelegt werden kann. Dieses Prozedere stellt eine potenzielle Bedrohung für ganze Teams dar, auch wenn möglicherweise nicht alle Teammitglieder vor einem Rennen miteinander in Kontakt stehen.

(sda)


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